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25. August 2020
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20. Juli 2020 - Martina

Im Pitch: Wissenschaftsmarketing: Antragsprosa, Beutegemeinschaft, Placeboeffekt

Man könnte denken, dass Wissenschaftsmarketing, sofern es sich nur nach außen wendet, das Innenleben des Wissenschaftsbetriebs doch weitgehend unberührt ließe. Irrtum! Der Trend zur Selbstvermarktung bleibt bei der Außendarstellung der Hochschulen keinesfalls stehen. Vielmehr wirkt er bis ins Innerste, in die Fabrikation von Forschung hinein. Freilich gibt es ein gewisses Unbehagen in dieser Kultur des Wissenschaftsmarketings, vornehmlich beim akademischen Personal. Nur lässt die fortschreitende Ökonomisierung der Wissenschaft ihnen kaum eine Wahl. Wissenschaftsmarketing gehört heute zum Tagesgeschäft. Es bleibt die Frage, wo es im akademischen Betrieb am wirkungsvollsten zum Einsatz kommen sollte und wo es am wenigsten Schaden anrichtet. Denn Wissenschaft gehorcht ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten und eignet sich womöglich nicht für alle Sektoren gleichermaßen, dem Regime des Marketings vorbehaltlos unterworfen zu werden.

Themenpate: Kai-Uwe Hellmann, Soziologe und Konsumforscher, TU Berlin