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25. August 2020
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20. Juli 2020 - Martina

Im Pitch: Wissenschaftsmarketing im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik

Dass Wissenschaft und Politik in einem Spannungsverhältnis stehen, ist unlängst durch die Klima-Debatte und insbesondere die sogenannte „Corona-Krise“ wieder deutlich geworden. Dabei hatte es zuletzt noch den Anschein, diese Spannung löste sich allmählich auf, häuften sich doch die Forderungen gegenüber Politikern, bei der Entscheidungsfindung wissenschaftliche Erkenntnisse stärker zu berücksichtigen und Wissenschaftler waren aufgerufen – Stichwort gesellschaftliche Relevanz und Wirksamkeit von Forschung –, sich mit ihrer Expertise verstärkt in politische Prozesse einzubringen. Angesichts der jüngsten Debatten wurden nun allerdings wieder die Stimmen lauter, die vor einer Scientokratie warnten, in der Experten ohne politisches Mandat „alternativlose Lösungen“ präsentieren oder gar die relevanten Entscheidungen treffen.

Folgt man jedenfalls dem Soziologen Max Weber, dann ist Wissenschaft „sinnlos, weil sie auf die allein für uns wichtigen Fragen: ‚Was sollen wir tun? Wie sollen wir leben?‘ keine Antwort gibt“. Und verfolgen nicht Wissenschaft und Politik, sofern wir von demokratischen Systemen ausgehen, mit der – plakativ gesprochen – Suche nach Wahrheiten einerseits und der nach Mehrheiten andererseits auch gänzlich verschiedene Zielrichtungen?

Zu fragen ist also, wie politisch kann, sollte bzw. darf Wissenschaft denn nun sein. Wie ließe sich die häufig zu findende Wendung zu verstehen, Wissenschaft könne/solle Lösungen für die großen Zukunftsfragen und globalen Herausforderungen bereitstellen? Was heißt es eigentlich, wenn wir von "der" Wissenschaft sprechen? Und nicht zuletzt: Was ergibt sich daraus für die Praxis des Wissenschaftsmarketings?

Themenpate: Dr. Uwe Herrmann, Persönl. Ref. des Präsidenten, FU Berlin